Dr. Peter Thomas

Meine Motivation mich politisch zu engagieren: „Wenn wir uns nicht um die kleinen Nahversorger, vom Gastwirt, über den Greißler bis zum Landarzt kümmern, dann verkümmert die ganze Region“

Jetzt wird mit Krokodilstränen in den Augen der regierenden Parteien in Jennersdorf der Niedergang des Gesundheitssystems beklagt. Nun wird krampfhaft vor einer Wahl nach schnellen Lösungen gesucht.

So wie es dem Greißler, Gastwirt oder kleinen Unternehmer schon ergeht, trifft es auch den freiberuflichen Landarzt.

Es ist purer Hohn uns glauben zu lassen, dass neue "innovative" Reformen z.B. ELGA, Ärztezentren, etc. den guten alten Hausarzt ersetzen und die medizinische Versorgung verbessern könnten.

Es wäre wünschenswert, dass die politischen Vertreter einmal hautnah den tatsächlichen Ablauf einer Landarztpraxis und deren Widrigkeiten mitverfolgen würden, um wahre Probleme in der Gesundheitspolitik festzustellen.

Wir Landärzte werden von sozial bürokratischen Aufgaben überlastet und können somit wahre medizinische Dienste für unsere Patienten kaum ausüben. Anreize für eine medizinische Laufbahn am Lande schafft man nicht mit Fördergeldern und  Kursen. Die Leistungen aus den finanziell kaputt gesparten Spitälern dürfen nicht auf die niedergelassenen Ärzte abgewälzt werden. Die Unattraktivität des freien Arztberufes in unserer Gegend ist vorhersehbar.

Es ist wichtig, dass Bürgerinitiativen - wie JES für Jennersdorf - entstehen, um auch im Gesundheitsbereich die Anliegen, Probleme aufzuzeigen und nach Lösungen zu suchen, abseits der Parteischeuklappenpolitik.